Könnte es sein, dass wir diese und die nächste Gesellschaft nicht aus ihrem offensiven, sondern aus ihrem primär defensiven Weltverhältnis heraus bestimmen müssten? Dass nicht Selbstentfaltung, sondern Anpassung, nicht Progression, sondern Selbsterhaltung ihr eigentliches Leitmotiv bilden?
Philipp Staab

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Dickes Fell & faule Haut - Rechercheprojekt über menschlichen Winterschlaf

Aus einer Theaterproduktion besitze ich Siebenschläfer,- Hamster,- Murmeltier- und Igelkostüme. Alles Tiere, die Winterschlaf halten und ein dickes Fell besitzen. Eigenschaften, die dem Menschen im Laufe seiner Entwicklung abhanden gekommen sind, ihm aber im Zuge des Klimawandels wieder gut stehen würden. Schließlich sinkt der eigene Energieverbrauch sowohl durch den Winterschlaf als auch durch ein dickes Fell enorm. Wie umständlich, dass wir uns immer erst eine Behausung bauen müssen, ehe wir irgendwo schlafen können. Wie unangemessen in den dunklen, kalten Wintermonaten genauso fleißig weiter zu arbeiten, ständig die Lampen leuchten zu lassen und viel zu futtern, um den gestiegenen Energiebedarf durch Kälte wett zu machen. 

Schon immer war ich neidisch auf die Schildkröte eines Freundes, die sich bei den ersten kalten Nächten des Winters in einen gemütlichen Maispantoffel in der Speisekammer zurückzog und nicht mehr herauskam bis es Frühling wurde.

Dickes Fell & faule Haut ist eine Übung in radikaler Passivität (Kathrin Busch) bei der am eigenen Leib untersucht wird, wie es sich mit einem dicken Fell lebt, wie ich durch ein warmes Fell weniger friere und so evtl. entspannter durch den Winter komme. Wie von außen an mich herangetragene Erwartungen sanft in meinem Fell versacken und mich nicht tangieren. 
Gerade als Künstlerin ist man immer wieder mit dem schlechten Ruf der Anpassung konfrontiert, geht es doch in der Kunstwelt meistens darum, sich hervor zu tun, Welten zu erschaffen und besonders zu sein.

Was aber, wenn es viel zukünftiger und angemessener ist, sich im Sinne der Bewohnbarkeit unseres Planeten (Bruno Latour), damit zu befassen, unter welchen Bedingungen wir – im Anbetracht des menschengemachten Klimawandels - weiter existieren können und sich genau diesen Bedingungen anzupassen?
Bei meinen Selbstversuchen in verschiedenen Habitaten und unterschiedlichen sozialen Konstelleationen sind dokumentarische Videos von einem angepassten Leben entstanden, von denen man hier eine Auswahl sehen kann. Ausserdem habe ich ein faules Tagebuch geschrieben, das man hier lesen kann. Viel Spaß!



Jelka Plate 

Winter 2023/24 

 
 Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR

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Dickes Fell & faule Haut
Habitat: Berlin-Neukölln
Performance und Video: Jelka Plate

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Dickes Fell & faule Haut
Habitat: Berlin-Neukölln
Performance und Video: Jelka Plate

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Dickes Fell & faule Haut
Habitat: Berlin-Neukölln

Performance und Video: Jelka Plate


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Dickes Fell & faule Haut
Habitat:
Dithmarschen-Oesterfeld04
Performance und Video: Jelka Plate

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Dickes Fell & faule Haut
Habitat:
Dithmarschen-Oesterfeld04
Performance und Video: Jelka Plate


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Dickes Fell & faule Haut
Habitat:
Dithmarschen-Oesterfeld04
Performance und Video: Jelka Plate


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Dickes Fell & faule Haut - sozialer Winterschlaf
Habitat:
Theater Thikwa
Performance: Rudina Bejtuli und Jelka Plate
Video: Jelka Plate

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Dickes Fell & faule Haut sozialer Winterschlaf
Habitat:
Theater Thikwa
Performance: Jasmin Lutze und Jelka Plate
Video: Jelka Plate


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Dickes Fell & faule Haut - sozialer Winterschlaf
Habitat:
Theater Thikwa
Performance: Hannah Grzimek und Jelka Plate
Video: Jelka Plate


Hibernation – an artistic research project by Jelka Plate 

Dormouse, hamster, marmot and hedgehog costumes from previous theatre productions hang in my wardrobe. All of them hibernating animals with thick fur. Although humans lost hibernating habits in the course of their development, they could come in handy in the extreme weather conditions brought about by climate change. After all, hibernation and thick fur reduces our energy consumption enormously. We could scrap the cumbersome procedure of having to build a dwelling before we can lay down to sleep. It does not make sense to work just as hard during the dark, cold winter months, with the lights on all the time, pigging out to make up for the increased energy requirements in cold weather. 

How envious I always was of a friend's turtle, who would retreat into a cosy corn slipper in the pantry at the onset of cold winter nights, not to reemerge until spring. 

In Hibernation I would like to practise radical passivity (Kathrin Busch) and find out what it feels like having thick fur. Will outside expectations placed on me simply bounce off or gently sink into my fur and not affect me? Will I freeze less with warm fur and thus get through the winter more relaxed? I will document my self-experiments in various habitats with video, e.g. slumbering in my pantry, so that I can share images of my adapted existence with a future audience. 

Adaptation gets a bad rap in the art world, as being an artist is primarily about standing out, creating worlds and being special. Wouldn’t it be more future-oriented and appropriate to address the conditions under which we can continue existing - in terms of the habitability of our planet (Bruno Latour) - and to adapt to them? Therein lies the hope of a great respite, as “an adaptive society promises to mitigate late modern demands for self-actualization. It allows the subject to come to terms with seemingly insurmountable conditions, refusing the modern illusion of heroic world design.” (in: Philipp Staab. Anpassung - Leitmotiv der nächsten Gesellschaft

Jelka Plate 

Winter 2023/24

Übersetzung/ Translation: 

 Karen Michelsen Castañón